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Noch einmal: Der Kreuzchor

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Vor längerer Zeit habe ich hier einen Artikel veröffentlicht, in dem ich mich über die kaum erwähnte Eigenschaft des Kreuzchores als städtische Einrichtung beschwert habe. Nun, nach dem Studium des aktuellen  Jahresprogrammes des Kreuzchores bin ich erfreut: Es hat sich etwas geändert. Im vorderen Bereich findet sich die Oberbürgermeisterin neben einem Landeskirchenrat, im hinteren Teil ist das Logo der Landeshauptstadt zu finden und die klare Aussage, dass der Kreuzchor eine Einrichtung der Landeshauptstadt Dresden ist.

Nun aber gibt es eine neue Diskussion um die Finanzierung des Kreuzchores. Ausgelöst durch eine Anforderung aus dem Haushaltsplan muss der Kreuzchor Mehrreinnahmen generieren und strebte in einer Vorlage die Erhöhung der Elternbeiträge an. Im  Rahmen der Ausschussberatungen wurde deutlich, dass der Chor auch mit der Kreuzkirchgemeinde verhandelt, um von dorther höhere Einnahmen zu generieren.

Damit wir wissen, worüber wir reden, habe ich hier die relevanten Dokumente eingefügt:

Es wird für Lesende schnell klar: hier herrscht ein grobes Mißverhältnis zwischen dem Nutzen, den die Kirche als öffentlich-rechtliche Körperschaft vom Wirken des Kreuzchores hat, und den von ihr geleisteten Beiträgen.

Denn selbstverständlich, und wahrscheinlich sogar mit einem gewissen Recht, betrachtet die Kirche den Chor als integralen Bestandteil ihres kulturellen und geistlichen Lebens. Dies drückt sich im Wikipedia-Eintrag zum Kreuzchor aus, im Jahresprogramm der Kreuzkirche selbst, und natürlich auch in den Worten des Oberlandeskirchenrates Dr. Peter Meis im Jahresprogramm des Chores.

Die menschliche Stimme aber ist jenes Organ,
in dem uns der Schöpfungsatem Gottes selbst durchströmt.
Auf diese Weise wird unsere Seele körperlich zum
Klingen gebracht, personare bedeutet Durchklungenwerden.
Und sofern dies im Gewand biblischer und geistlicher
Texte der Generationen vor uns geschieht, führen
uns die Motetten, Choräle, Liturgie und Oratorien am
direktesten in die Nähe Gottes. Umstandslos konnte Martin
Luther sagen, nichts sei „kräftiger, die Traurigen fröhlich,
die Fröhlichen traurig und die Verzagten beherzt zu stimmen,
denn die musica sacra.“

Zu guter Letzt, um den Reigen der externen Verweise abzurunden will ich noch diese Zahlen zeigen, sie stellen die Gesamtsumme der Leistungen des Freistaates Sachsen an die Kirchen dar, die ohne Zweckbindung sind.

kirchenleistungen sachsen dhh 13 14

 

Hier ist natürlich noch der Link zum entsprechenden Haushaltsplanbuch, suchen Sie dort auf Seite 57.

Aus meiner Sicht trägt der Kreuzchor in wesentlicher Weise zum Ruf der evangelischen Landeskirche Sachsen bei. Die Kirche, die sich in der Rahmenvereinbarung durch ihre Gemeinde zu einer Beteiligung an der Finanzierung verpflichtet hat, im Rahmen eines Finanzplanes, erfüllt diese Verpflichtung weit unterhalb des Nutzens, den sie aus dem Chor zieht. Damit findet hier aus meiner Sicht eine indirekte Finanzierung der Kirche statt. Aus meiner Sicht sollte mit Vehemenz nachverhandelt werden: Die Dresdner Steuermittel, die zum überwiegenden Teil von nichtchristlichen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern entrichtet werden, dürfen nur zu dem Teil für die Finanzierung des Chores verwendet werden, der sich aus dem Nutzen und der Verantwortung der Allgemeinheit ergibt. Der Teil, der in Nutzen und Verantwortung der Kirche liegt sollte auch aus Mitteln der Kirche bestritten werden. Aus meiner Sicht wäre eine etwa hälftige Finanzierung des Chores aus öffentlichen und aus Kirchenmitteln angemessen. Bei einem Zuschussbedarf des Chores von gegenwärtig 2,9 Millionen Euro muss daher die Forderung an die Kirche lauten, davon mindestens 1,4 Millionen Euro zu übernehmen.

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